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Museum Ägyptischer Kunst München Neuigkeiten & Berichte Jahr 2014 Thema "Objekte"

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Es gibt insgesamt 9 Berichte
  • 01. November 2014 Objekt des Monats November: Die Hathor-Kapelle in Naga

    Ausnahmsweise kein Originalobjekt: Die Hathor-Kapelle im Sudan-Raum des Museums hat als Modell dennoch die Ausstrahlung eines authentischen Werks der Architektur.
    Mit der Technologie des 3D-Streifenlicht-Scannens hat die Berliner Spezialfirma TRIGONART die Kapelle im Grabungsgelände des Münchner Naga-Projekts millimetergenau dokumentiert, und aus vielen Millionen Meßpunkten hat eine CNC-Fräsmaschine in einem mehrtägigen Prozeß das Modell gefertigt.

    In der Hathorkapelle, dem am besten erhaltenen Architekturdenkmal des Königsreichs von Meroë, manifestiert sich die Vernetzung der meroitischen Kultur mit ihrem historischen Umfeld. Um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. haben lokale Architekten afrikanische, ägyptische und römische Formen und Bauornamente zu einer eigenständigen Architektursprache verschmolzen.

    Die Kapelle ist das südlichste Baudenkmal der Antike, in dem sich hellenistischer Einfluß artikuliert, vergleichbar der im Museum neben der Kapelle ausgestellten Isis-Statue aus Naga, die als „African Beauty" in pharaonischer Form in römischer Tracht dargestellt ist.

    Eine 3D-Animation der Kapelle finden Sie hier. (Flash-Plugin des Browsers erforderlich)
  • 01. Oktober 2014 Objekt des Monats Oktober: Figur eines Nilgottes

    Diese zweigeschlechtliche Darstellung ist typisch für Personifikationen der Fruchtbarkeit, die der Nilgott Hapi verkörpert.
    Die zweidimensionale, durchbrochene Arbeit zeigt eine nach rechts schreitende Figur mit ausladenden Hüften, üppigen Oberschenkeln und deutlichem Bauchansatz sowie lang herunterhängenden Brüsten, wie sie auch in der Darstellung von Ammen üblich ist (die linke Brust ist unter der Achsel angegeben); bekleidet mit zwei um die Hüften gegürteten, schmalen Stoffstreifen. Auf den Händen bzw. Unterarmen trägt sie eine Opferplatte mit zwei großen Wassergefäßen, sogenannte Hes-Vasen, über die jeweils eine große Lotosblüte gelegt ist; drei weitere Lotosblüten bilden den Kopfputz.

    Diese zweigeschlechtliche Darstellung ist typisch für Personifikationen der Fruchtbarkeit, die der Nilgott Hapi verkörpert. Als einzige der ägyptischen Gottheiten hält er selbst eine Opferplatte in den Händen, nicht ihm wird geopfert, vielmehr bringt er selbst den Reichtum der Natur dar. Neben den Wassergefäßen, die das lebensspendende Nass enthalten, können dies die unterschiedlichsten Pflanzen und Tiere sein.

    Vom Alten Reich bis in die römische Zeit hinein, also über einen Zeitraum von über 2500 Jahren, gehören lange Reihen dieser Nilgottheiten zum festen Bestand der Tempeldekoration. Sie bilden den untersten Streifen der Bildfelder, die die Tempelwand bedecken und sind meist auf der Außenwand zu finden. Wie die unter den Füßen und über dem Kopf erhaltenen Metallstreifen bei dieser zweidimensionalen Figur zeigen, gehörte sie ursprünglich zu einem größeren Ensemble, das vermutlich die Dekoration eines hölzernen Götterschreines bildete.
  • 01. September 2014 Objekt des Monats September: It’s not as easy as it may have seemed to be

    Seltsames tut sich im Ägyptischen Museum. Da haben sich kleine Tonfiguren in die Vitrinen geschlichen, stehen in Gruppen vor Särgen und Stelen, sitzen in lebhafter Diskussion unter den Papyri, reihen sich ein in die Uschebtis und Bronzefiguren, beugen sich über Gefäße.
    Die Museumsbesucher erkennen sich selbst in diesen munteren Wesen, die vom Museum Besitz ergriffen haben und sich mit schöner Selbstverständlichkeit unter die alten Ägypter mischen.

    Die Herkunft dieser lebhaften Gäste klärt sich im großen Sonderausstellungsraum von „Nofretete – tête-à-tête". Da hat der junge ägyptische Künstler Bassem Yousri ein ganzes Museum en miniature aufgebaut. Hunderte von Tonfiguren drängen in das Gebäude, strömen über Treppen und Rampen bis hinauf aufs Dach. Ihre Eroberung des Kunsttempels nimmt auch bedrohliche Züge an; Sockel werden umgestürzt, Bilder von der Wand gerissen – eine beklemmende Reaktion auf die Randerscheinungen des „Arabischen Frühlings".

    Bassem Yousri stellt mit dieser unkonventionellen, einfallsreichen Arbeit die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Massenkonsum. Seine punktuellen Interventionen in den Vitrinen sind erfrischende Kommentare zur Lebendigkeit der Begegnung zwischen Antike und Gegenwart; seine große Installation wirft einen kritischen Blick auf die Pervertierung des Museums zur Eventbühne und thematisiert die Stigmatisierung vorislamischer Kunst als Teufelswerk.

    Neben dieser Installation von Bassem Yousri zeigen auch viele andere Werke der Sonderausstellung die Kreativität, den Ideenreichtum, die Autonomie junger Künstler aus den arabischen Ländern, die unabhängig von den Ritualen und Mechanismen des westlichen Kunstbetriebs ihre eigenen Wege gehen.
  • 01. August 2014 Objekt des Monats August: Nida Sinokrot, Ka, 2009

    Inmitten spätantiker Bauplastik, frühchristlicher Stelen und koptischer Stoffe schockiert die Besucher eine martialische Maschine.
    Tonnenschwere Baggerschaufeln verwandeln sich in ein Armpaar, das zum Himmel weist. Der palästinensische Künstler Nida Sinokrot nennt seine Arbeit „KA" und bezieht sich damit auf die altägyptische Hieroglyphe ka, ein nach oben geöffnetes Armpaar, das Zeichen für die Seele des Menschen, die das Irdische überwindet und zum ewigen Leben führt.

    Der Kontext der frühchristlichen Bilder des Ägyptischen Museums unterstreicht diese Lesung des zum Auferstehungssymbol gewordenen Baggers: Mit erhobenen Armen steigen die Verstorbenen aus ihren Gräbern, hinauf zum ewigen Licht.

    (Ausgestellt im Raum „Nach den Pharaonen")
  • 01. Juni 2014 Objekt des Monats Juni: Alberto Giacometti, Tête d’homme (Lotar I)

    Seit seiner Jugend hat sich Giacometti intensiv mit ägyptischer Skulptur auseinandergesetzt.

    Alberto Giacometti (1901-1966) fügt sich mit der Porträtbüste „Lotar I“ so selbstverständlich in die Porträtköpfe der Ptolemäerzeit und die römischen Gewandstatuen ein, saß er von den Museumsbesuchern kaum als ein Werk der Moderne wahrgenommen wird. Seit seiner Jugend hat sich Giacometti intensiv mit ägyptischer Skulptur auseinandergesetzt. Von den Hunderten von Skizzen, die er nach Originalen im Louvre und Abbildungen in Publikationen von ägyptischen Statuen gezeichnet hat, ist nicht eine als Motiv in sein Werk eingegangen, aber dennoch ist er in der Struktur seiner Plastiken, in ihrem direkten Blick, in der Raumhaltigkeit einer Figuren der ägyptischste Künstler des 20. Jahrhunderts.

  • 01. Mai 2014 Objekt des Monats Mai: All Art has been contemporary

    Nicht das Werk eines altägyptischen Künstlers ist es, das die Besucher des Ägyptischen Museums begrüßt.
  • 01. April 2014 Objekt des Monats April: Statuette eines liegenden Nilpferds

    Eine überraschende, aber überzeugende Kombination von Tier- und Pflanzendarstellung haben die ägyptischen Künstler für die Objektgruppe der Fayence-Nilpferde des Mittleren Reiches gefunden
  • 04. März 2014 Objekt des Monats März: Ein Porträtkopf der Nachamarna-Zeit

    Der konzentrierte, ja angespannte Gesichtsaudruck erzeugt im Gegensatz zum bewegten Volumen der Haartracht eine Nervosität, die charakteristisch ist für die Epoche der Nachamarna-Zeit
    Der in Schulterlinie gebrochene Kopf zeigt die Züge eines Mannes im fortgeschrittenen Alter mit einer gewellten Strähnenperücke. Die strenge Struktur ägyptischer Plastik wird zwar in der strengen Horizontale des Mundes und der strikten Vertikale des Scheitels aufgegriffen, aber durch zahlreiche Asymmetrien in der Wangen- und Mundpartie sowie dem Umriß des Kinns abgemildert.
    Der konzentrierte, ja angespannte Gesichtsaudruck erzeugt im Gegensatz zum bewegten Volumen der Haartracht eine Nervosität, die charakteristisch ist für die Epoche der Nachamarna-Zeit, der kurzen Umbruchphase zwischen der Regierungszeit des Echnaton und der Ramessidenzeit. In diesem Kopf werden die individualistischen Tendenzen der Kunst der Amarnazeit gesteigert zu einem Höhepunkt des Individualporträts, das die groteske Übersteigerung des Echnaton-Bildes hinter sich lässt und eine Verschmelzung von Innovation und Tradition verkörpert.
    Die am Hinterkopf geteilte Perücke findet in der New Yorker Schreiberfigur des Haremhab, der als Nachfolger von Tutanchamun den Thron bestieg, ihre einzige Parallele.

    Vgl. dazu Sylvia Schoske – Dietrich Wildung, Persönlichkeiten. Bildnisskulptur der Nachamarnazeit, Wien 2013, S. 26-33

    Gabbro; H. 14 cm, Br. 12 cm, T. 9 cm
    Saft el-Henna (Ostdelta)
    Neues Reich, 18. Dynastie, um 1330 v. Chr.

  • 28. Januar 2014 Objekt des Monats Januar: Eine Ahnenbüste aus Holz

    Um die Ahnen günstig zu stimmen, stellte man kleine Büsten aus Holz oder Stein in Nischen oder Schreinen zu Hause auf
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